Damaszener Jagdmesser

Praktisch, scharf und zuverlässig: Ein Damast Jagdmesser dient im Wald als treuer Weggefährte. Auf der Liste der wichtigsten Jagdgegenstände nimmt ein taugliches Schneidewerkzeug einen Platz direkt hinter Gewehr und Fernglas ein. Im günstigsten Fall besteht die Klinge eines Jagdmessers aus Damaszener Stahl. Der Vorzug dieses Werkstoffs liegt vor allem in seiner Schnitthaltigkeit begründet. Damast besitzt einen sehr hohen Widerstand gegen Verschleiß, sowohl mechanische als auch thermische und chemische Einflüsse betreffend. Die Aufgaben eines Jägers konzentrieren sich nicht nur auf das Erlegen von Wildtieren. Nicht minder kümmern sich die Waidgenossen um artgerechte Wildfütterung und Naturschutz. Weil die sogenannten kalten Waffen eines Jägers mannigfaltigen Strapazen ausgesetzt sind, empfiehlt sich eine Schneide, die sich nur langsam abnutzt. Ansonsten muss ständig nachgeschliffen werden, was die Materialabtragung beschleunigt. Damast Jagdmesser benötigen nur selten einen Schliff. Deshalb halten sie viel länger.

Gut beraten mit dem Damaszener Jagdmesser

Die Abgrenzungen sind fließend, wenn es um Jagd-, Fahrten-, Trekking- und Outdoor-Messer geht. Gelegentlich enthält die Artikelbeschreibung eines einzelnen Artikels sogar alle diese Begriffe. Letztendlich beziehen sich alle Bezeichnungen auf Unternehmungen im Freien. Aktiverlebnisse inmitten der Natur erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Das trifft auch auf das Jagdwesen zu, wie die kontinuierliche Zunahme der Jagdschein-Inhaber beweist. Und mehr denn je wird Wert auf die Ausrüstung gelegt, nicht nur bezüglich Zweckmäßigkeit. Alte Klischees sind überholt. Einst eine reine Männerdomäne, interessieren sich immer mehr Frauen für die Jagd. Das gesamte Waidwesen präsentiert sich heute viel moderner als vielleicht gedacht, beginnend bei Kleidung und Rucksack. Fortschrittlich denkende Jägerinnen und Jäger nutzen innovative Technik und geben sich nicht mit längst überholtem Zubehör zufrieden. Insofern soll auch das verwendete Schneidewerkzeug dem momentanen Zeitgeist entsprechen. Aktuell sind Damast-Jagdmesser sehr gefragt, zum einen wegen ihrer brillanten Schärfe und zum anderen, weil sie mit außergewöhnlicher Ästhetik überzeugen.

Das Besondere an Damast-Jagdmessern

Hochwertige, handgefertigte Damaszener Jagdmesser kommen Unikaten gleich, denn sie besitzen einen einzigartigen Charakter. Von Messer zu Messer gibt es Abweichungen in der Maserung. Damast wird aus mindestens zwei Stählen mit unterschiedlichen Eigenschaften geschmiedet, damit ein exquisites Endprodukt entsteht. Der mehrmals gefaltete Verbund von weichem und hartem Stahl ergibt eine Klinge, die sich vorzüglich schärfen lässt. Dennoch verfügt der Stahl über die nötige Flexibilität, damit er nicht bricht. Insofern eignet sich Damaszener Stahl hervorragend als Material für stark beanspruchte Schneiden.

Aufgabenbereich eines Jagdmessers

Der Jäger braucht ein Messer mit einer 10 bis 15 cm langen Klinge zum Aufbrechen, Abhäuten und Zerwirken des erlegten Wildes. Damaszener Jagdmesser erleichtern nicht nur die „rote Arbeit“, die Werkzeuge mit erstklassig scharfer Klinge bewältigen auch die übrigen Tätigkeitsfelder im Wald mit Bravur, wie etwa:

  • Brüche schneiden und befegen
  • Reisig schneiden (Strecke legen)
  • Maßnahmen an der Ansitzeinrichtung vornehmen
  • diverse Revierarbeiten

Klappmesser oder starres Messer für die Jagd?

Schon vor Jahrmillionen waren die Menschen als Jäger und Sammler unterwegs, um sich ihre Nahrung zu sichern. Beim Aufbrechen und Zerlegen des Fanges kommt es in erster Linie auf Präzision an. Nur korrekt gesetzte Schnitte führen zu einem sauber versorgten Wildbret. Ob sich ein Klappmesser oder ein feststehendes Damast-Jagdmesser besser eignet, liegt im Ermessen des Besitzers. Beide Varianten weisen Vorzüge auf:

  • Klappmesser punkten aufgrund ihres einfachen und sicheren Transports. Zusammengefaltet finden sie überall Platz. Parallel dazu sind die Schneiden geschützt verwahrt.
  • An feststehenden Damaszener Jagdmessern kann sich kein Schmutz in Rillen festsetzen. Deshalb haben sie aus hygienischer Sicht die Nase vorn. Starre Messer verfügen über eine höhere Stabilität und sind, in einer am Gürtel befestigten Scheide verstaut, schnell und mit nur einer Hand einsatzbereit.

Klingenformen für Damaszener Jagdmesser

Die Drop-Point-Klinge liefert die besten Schnittergebnisse. Wie bei der Normalform, hat die Schneide einen ausgeprägten, runden Bauch. Der Rücken macht den Unterschied aus. Statt gerade, verläuft der Messerrücken leicht gewölbt. Das breite Blatt, das der Spitze mehr Stabilität verleiht, kommt insbesondere ziehenden Schnitten zugute.

Die Aufbrechklinge besitzt eine gebogene Form mit abgerundeter Spitze. Gegebenenfalls ist sie mit einem Wellenschliff versehen.

Skinner mit Swept-Point-Klinge sind Jagdmesser, die eigens beim Häuten des Wildes Verwendung finden. Die gesamte Klinge verläuft stark konvex mit großem Bauch. Demzufolge ist die Schneide länger als der Rücken. Weil sich die Spitze oberhalb der Klingenmitte befindet, eignen sich diese Klingen nicht zum Stechen.

Bei Up-Swept-Point-Klingen sitzt die Spitze höher als der Messerrücken, was die Schneide zusätzlich verlängert. Auch hier handelt es sich um ein Messer zum Häuten.

Nostalgisch angehauchte Messer für Jäger

Einige Jagdmesserarten gelten inzwischen als veraltet. Nur noch wenige Jäger benutzen folgende Utensilien:

Hirschfänger

In früheren Zeiten kam der Hirschfänger zum Abfangen (Stich von vorne in das Herz) des gejagten Hirsches zum Einsatz. Die 30-40 cm lange Waffe verfügt über eine schmale, spitz zulaufende Klinge. Bei zeitgemäßeren Modellen ist die Klinge breiter und nur 20 cm lang.

Saufeder

Ein relativ kurzer Spieß in der Form einer Flügellanze dient der Tötung von angeschossenen Wildschweinen bei der Drückjagd.

Waidblatt

Mit seiner etwa 30 cm langen, breiten und abgeschrägten Klinge vereinigt das Waldblatt die Funktionen von Hirschfänger und Standhauer bzw. Praxe (beides breitklingige Messer). Das Waidblatt findet zum Abfangen Verwendung, wenn ein Einfangschuss auf bereits verletztes Wild nicht möglich ist. Andererseits dient dieses Messer zum Abschlagen von Ast- und Buschwerk rund um den Stand, damit das Schussfeld frei bleibt.

Waidbesteck

Waidblatt und Jagdknicker ergeben zusammen in einer Scheide geführt das Waidbesteck. Jagdknicker, oder kurz Nicker bzw. Gnicker genannt, sind 15-25 cm lange, schmale Messer, die dazu da sind, um ein verletztes Tier mit einem Stich in den Nacken (Genick) zu erlösen.

Griffmaterialien für Damast-Jagdmesser

Als Klassiker schlechthin wird bei Jagdmessern nach wie vor Hirschhorn betrachtet. Die Knochensubstanz stammt vom Geweih männlicher Hirsche, die ihren Kopfschmuck alljährlich abwerfen. Hirschhornschalen verleihen jedem Damaszener Jagdmesser eine rustikale Ausstrahlung, zumal die Optik stets etwas anders ausfällt. Eine grobe Oberflächenstruktur sorgt für den gewissen Grip, damit das Messer nicht aus der Hand rutscht. Im Gegensatz zu Holz, fügt Nässe Hirschhorn keinen Schaden zu. Es entstehen auch keine Verfärbungen durch das Schneiden von Fleisch.

Kunststoff als Material für das Heft lässt sich am einfachsten reinigen. Manche Waidgenossen bevorzugen auffällig gefärbten Kunststoff, weil sie ein versehentlich herabgefallenes Messer mit einem solchen Griff im Dickicht des Waldes leichter wieder finden. Ansonsten kommen Micarta, G10 und andere solide Verbundmaterialien in Betracht.

Premiumhersteller Damastmesser für die Jagd

  • Heinrich Böker Baumwerk GmbH, Solingen
  • Puma Messermanufaktur Solingen
  • Herbertz GmbH, Solingen
  • Tsukasa Hinoura Damast-Jagdmesser aus Japan
  • Perkin Knives, Jagd- und Bowiemesser Hersteller in Großbritannien

Damaszener Jagdmesser pflegen

Alle metallenen Teile dürfen nicht längere Zeit feucht oder verschmutzt bleiben, sonst bilden sich Flecken oder es setzt sich Rost an. Deshalb nach dem Gebrauch baldigst abwaschen und gut abtrocknen. Zum Säubern reicht warmes Wasser, eventuell etwas sanftes Spülmittel hinzugeben. Die Geschirrspülmaschine kommt für Damaszener Messer grundsätzlich nicht infrage. Salze, Klarspüler und große Hitzeunterschiede können die Stahlstruktur verfälschen. Wird ein Damast Jagdmesser vorübergehend nicht benutzt, empfiehlt sich das Einölen der Klinge. Damit der Gelenkmechanismus eines Klappmessers gängig bleibt, sollte er gelegentlich ebenfalls einen Tropfen Öl erhalten. Zum Schleifen eignen sich japanische Wassersteine am besten. Mit gröberer Körnung beginnen und mit einem Feinschliff fortfahren. Als Finish oder für zwischendurch leisten Abziehleder oder Streichriemen gute Dienste.

Fazit:

Jäger wissen ganz genau, auf was es bei Messern ankommt. Deshalb entscheiden sie sich immer häufiger für ein qualitativ hochwertiges Damaszener Jagdmesser, in feststehender oder klappbarer Ausführung. Viele Waidfrauen und -männer tragen sogar beide Varianten bei sich. Die scharfen Klingen garantieren stets präzise und saubere Schnitte. Damast-Jagdmesser begeistern zugleich wegen ihres tollen Designs und werden nicht selten als reine Sammelobjekte mit ideellem Wert erworben.