Damaszener Rasiermesser

Obwohl die Technik stetig voranschreitet, benutzen immer mehr Männer wieder ein klassisches Rasiermesser. Vorzugsweise ein Damast-Rasiermesser, das aufgrund seiner außergewöhnlichen Optik überzeugt. Nicht nur, denn Damaststahlklingen besitzen ferner eine exzellente Schärfe. Je schärfer die Klinge, umso gründlicher die Rasur. In der Vergangenheit gab es weder Rasierhobel noch Rasierapparate. Der Bartwuchs wurde ausschließlich mit Messern im Zaum gehalten. Traditionell war der Barbier für die Entfernung der Gesichtsbehaarung zuständig. Erst als die Firma Gillette Anfang des 20. Jahrhunderts die austauschbare Rasierklinge herausbrachte, fand das Rasieren überwiegend zuhause statt. Mit der Erfindung des Elektrorasierers verschwand das Rasiermesser immer mehr von der Bildfläche. Doch seit geraumer Zeit erlebt die ursprünglichste Art der Rasur ein Comeback.

Form und Aussehen

Üblicherweise verfügen Rasiermesser über eine Klappfunktion. Ein Stift verbindet den Messerschaft mit den leicht gebeugten Griffschalen. Damast-Rasiermesser sind vom Kopf bis zur Angel aus einem Stahlgefüge mit der typischen Struktur hergestellt. Zu einer feinen Ausformung der Schneide erhalten Rasiermesserklingen eine Hohlung, wobei es halb-, voll- und extrahohle Varianten gibt. Ein ausgeprägter Hohlschliff verfügt über eine besonders flexible Klinge. Die Kopfform der Klinge kann sowohl gerade (zur besseren Konturführung) als auch rund (geringeres Verletzungspotenzial) sein. Darüber hinaus gibt es noch den Französischen Kopf (mit Viertelkreisbogen) und den Spanischen Kopf (Bogen nach innen). Die Verlängerung der Klinge wird Erl oder Schaft genannt. Daran anschließend befindet sich die Angel. Ihre geschwungene Form erleichtert das Aufklappen des Messers. Direkt zwischen Erl und Angel sitzt der Stift, der die Klinge mit dem Heft vereint. Dem Erl kommt eine weitere Aufgabe zu: Er gibt einem Finger (meist Ringfinger) während der Rasur den nötigen Halt. Als Materialien für die Griffschalen kommen Holz, Metall, Horn, Perlmutt und Kunststoff in Betracht. Wichtig ist, dass das Heft gut in der Hand liegt und keine rutschige Oberfläche besitzt.

Damast-Rasiermesser: schick und scharf

Das Prädikat „extrascharf“ verdanken Damaszener Rasiermesser ihrer eigens für Damaststahl angewandten Schmiedetechnik. Der Verbund aus zwei oder mehr Stahlsorten (in aller Regel Kohlenstoffstahl) verknüpft Härte, Stabilität, Schnitthaltigkeit und Elastizität in einem einzigen Werkstoff. Die dekorative Musterung entsteht durch die verschiedenen Lagen, die in mehreren Arbeitsgängen platt gewalzt und gefaltet werden. Die Anzahl der Lagen entscheidet über die Qualität. Ein gutes Damast Rasiermesser besteht aus 150 Lagen und mehr.

Rasieren auf höchstem Niveau

Man(n) gönnt sich ja sonst nichts, deshalb darf es bei der Rasur ruhig etwas exquisiter zugehen. Für viele Männer, auch für die, die sich grundsätzlich einen gewissen Luxus leisten, zählt zum perfekten Start in den Tag ein bewusst zelebriertes Rasier-Ritual in ruhiger und entspannter Atmosphäre. Die klassische Nassrasur und der Gebrauch eines Damast-Rasiermessers unterstreichen die maskuline Eleganz und stellen den eigenen Stil in den Vordergrund. Etwas Zeit für sich nehmen und den Morgen wohlgesonnen genießen, hebt die Stimmung, inspiriert und schützt vor Stress.

Rasier-Set, das gehobenen Ansprüchen entspricht:

  • Damaszener Rasiermesser in edler Optik
  • Rasierseife mit frischer, markanter Duftnote und hautpflegenden Inhaltsstoffen
  • Rasierpinsel in Dachshaar-Qualität (Silberspitz)
  • Rasierpinselhalter, damit die Naturhaare des Pinsels abtropfen und trocknen können
  • Rasierschale (aus Edelstahl oder Porzellan) zum Aufschäumen der Seife
  • Hängeriemen aus Juchtenleder

Schaum, Creme, Gel oder Seife?

Zu einem erlesenen Damaszener Rasiermesser gehört der richtige Schaum. Produkte aus der Sprühdose fallen schnell in sich zusammen und trocknen vorzeitig ein. Insofern werden die Barthaare nicht zur Genüge aufgeweicht. Von schonender Nassrasur kann unter diesen Umständen keine Rede sein. Mit Creme oder Gel verhält es sich ähnlich. Keine der neuartigen Methoden kann es mit der Rasierseife aufnehmen, zumindest was die bestmögliche Vorbereitung auf die Rasur betrifft. Auf althergebrachte Weise lässt sich ein sehr dichter Schaum mit cremiger Konsistenz herstellen. Die Barthaare werden dadurch weich, die Gesichtshaut quellt leicht auf, die Poren öffnen sich, die Stoppeln richten sich auf und treten hervor. Unter diesen Voraussetzungen gleitet das Damast-Rasiermesser leicht und sanft über die Haut und erfasst die Barthaare möglichst nah an der Wurzel.

Damast Rasiermesser kaufen

Die Qualität des Messers nimmt ganz entscheidend Einfluss auf das Ergebnis der Rasur. An der Güte sparen bedeutet, sich mit einem unzulänglichen Produkt abfinden. Oder das drittklassige Erzeugnis wird bald durch ein hochwertiges Stück ersetzt. Weshalb nicht gleich ein erlesenes Rasiermesser Damast kaufen? Der Einstieg in die klassische Nassrasur gelingt damit leichter. Schon alleine der Anblick der wunderschönen Maserung, erweckt ein Gefühl von Stolz. Im Handel werden Damast Rasiermesser in verschiedenen Preislagen angeboten. Man(n) bedenke, dass der Erwerb einer Premium-Edition ein Leben lang Freude bereitet.

Bartentfernung mit dem Damast-Rasiermesser

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Klinge des Damaszener Messers abledern: Hängeriemen per Hand spannen. Klinge vom Körper weg mit dem Rücken voran flach über den Hängeriemen ziehen. An der Aufhängung angekommen, die Klinge über den Rücken um 180° drehen. Der Kontakt zum Leder bleibt dabei bestehen. Nun die Klinge zum Körper hin ziehen. 12 bis 20 Mal wiederholen, bei breiterer Klinge leicht versetzt.
  2. Haare des Pinsels in heißem Wasser einweichen.
  3. Gesicht mit warmem Wasser (ggf. mit Waschlotion) reinigen.
  4. Seife in der Schale sahnig aufschlagen.
  5. Den Rasierschaum unter kreisenden Bewegungen des Pinsels dick auf den Bartstoppeln verteilen.
  6. Mindestens 3 Minuten einwirken lassen.
  7. Barthaare wachsen in aller Regel in Richtung Kinn. Wird die Haut dort, wo rasiert wird, mit der freien Hand etwas nach oben oben gezogen, richten sich die Barthaare zusätzlich auf.
  8. Die Rasur entlang des Striches beginnen. Der ideale Winkel zwischen Haut und Klinge misst 30 Grad. Eventuell gleich oder im zweiten Durchgang das Damast-Rasiermesser gegen den Strich führen. Gegen den Strich fällt die Rasur einen Tick gründlicher aus.
  9. Restlichen Rasierschaum mit kaltem Wasser abwaschen. Die Kühle erfrischt und schließt die Poren.
  10. Gesicht mit einem trockenen Handtuch abtupfen (nicht rubbeln).
  11. Nachbehandlung zur Beruhigung der Haut mit Pflegebalsam oder After Shave.
  12. Falls es zu einer Schnittverletzung kam, wirkt Alaunkristall blutstillend und fördert die Wundheilung.
  13. Utensilien unter fließendem Wasser reinigen. Damit das Damaszener Rasiermesser nicht rostet, sollte es umgehend mit einem Tuch abgetrocknet werden.

Bartkonturen nachrasieren

Der Bart verleiht der Persönlichkeit eines Mannes mehr Ausdruck. Neuerdings entscheiden sich viele Männer wieder für den Bart, zumal die Formen variieren und die aktuelle Mode nahezu jeden Style erlaubt. Selbst ein Vollbart wird inzwischen als salonfähig betrachtet. Wildwuchs ist allerdings verpönt. Um den ästhetischen Anforderungen zu genügen, muss der Bart gepflegt aussehen. Nur ein täglich mit Shampoo gewaschener und gut getrimmter Bart wirkt attraktiv. Das Damast-Rasiermesser erweist sich perfekt zum Ausrasieren der Bartkonturen. Weder Systemrasierer noch Elektrorasierer gestatten eine derart präzise Schnittführung.

Rasurbrand vermeiden

Männer mit sensibler Haut kennen sicherlich das Problem, wenn Partien im Gesicht und am Hals nach der Rasur brennen und jucken. Oftmals kommen noch rötliche Pickel hinzu, die erst nach Tagen abheilen. Im Extremfall entzünden sich die Haarfollikel. Das Rasiermesser aus Damast beugt aufgrund seiner Schärfe Hautirritationen vor. Eine längere Einwirkzeit der Rasierseife dämmt das Rasierbrand-Risiko. Ansonsten hilft es, auf eine Rasur gegen den Strich zu verzichtet. Entzündungshemmende Aftershave-Lotionen beruhigen gestresste Haut und lindern Reizungen.

Damaszener Rasiermesser schärfen

Hängeriemen / Abziehriemen

Zur optimalen Schärfe muss das Rasiermesser vor jeder Anwendung über den Streichriemen gezogen werden. Genau genommen handelt es sich um einen Hängeriemen, wie er schon schon in früheren Zeiten von den Barbieren benutzt wurde. Der lederne Streifen ist etwa 5 cm breit, 40 bis 50 cm lang und 3 bis 6 mm dick. Im Idealfall entspricht die Breite des Riemens der Länge der Klinge. An der einen Seite befindet sich eine Öse, damit der Hängeriemen an einem fixen Punkt (z. B. Wand, Schrank, Türgriff) eingehängt werden kann. Das andere Ende ist mit einem Griff oder einer Lasche zum Festhalten versehen. Stramm ziehen erzeugt extrem viel Schärfe, leicht durchhängen lassen erhöht die Standzeit, das heißt, dass es länger dauert, bis Verschleißerscheinungen an der dünnen Klinge auftreten. Als Material für den Abziehriemen eignet sich am besten Rinds- bzw. Kalbsleder. Deluxe-Ausführungen bestehen aus Juchtenleder. Dieses feste und geschmeidige Rindsleder unterliegt einem speziellen Herstellungsverfahren. Der typische Geruch resultiert aus einer Behandlung mit Birkenteeöl. Streichriemenpaste hält das Leder geschmeidig.

Ruhezeit für das Rasiermesser

Der hauchfeine Grat der Schneide verändert sich während der Rasur, richtet sich aber etwa zur Hälfte von ganz alleine wieder auf. Im Fachjargon ist vom Wachsen der Wate die Rede, während das Messer eine Rast einlegt. Die zeitliche Spanne, in der das Messer nicht benutzt wird, sollte mindestens 24 Stunden betragen. Um die Frist zu wahren, besitzen Könner ihres Fachs mindestens zwei Exemplare. Dann kann jedes der beiden Damaszener Rasiermesser stets lange genug pausieren. Für Hängeriemen zum Schärfen von Rasiermessern wird keine Streichriemenpaste benötigt, es sei denn, das Leder wird mit der Zeit spröde.

Schleifstein

Auch wenn es sich widersinnig anhört, mit einem stumpfen Damast Rasiermesser steigt die Verletzungsgefahr. Irgendwann reicht der Lederriemen zum Schärfen nicht mehr aus. Spätestens wenn das Messer, obwohl es abgeledert wurde, zippt und rupft, verlangt es nach weiterführenden Maßnahmen. Wetzstähle und Durchziehschärfer sind für Damaszener Rasiermesser untauglich. Für die feinen Schneiden bedarf es richtige Schleifsteine, am besten japanische Wassersteine oder Schleifsteine für Damastmesser. Ein Kombistein ist vorne und hinten mit unterschiedlichen Korngrößen ausgestattet. Ansonsten werden zwei getrennte Steine benötigt. Was die Schleifpartikel betrifft, bieten sich speziell für Damast-Rasiermesser die Korngrößen 1000 und 3000-4000 an. Eine Schleifsteinunterlage sorgt für den nötigen Halt während des Schleifvorgangs.

Begonnen wird mit der gröberen Körnung. Wassersteine müssen vor dem Gebrauch gewässert werden. Eventuell den Rasiermesserrücken mit einem Klebeband versehen, damit er nicht mitgeschliffen wird. Profis wenden einen weiteren Trick an: Sie bringen längs der Schneide auf beiden Seiten mit einem wasserfesten Filzschreiber direkt an der Facette einen Strich an. Auf diese Weise lässt sich kontrollieren, inwieweit die Klinge bereits geschliffen ist und wo nachgearbeitet werden muss. Nun das Damast-Rasiermesser flach auf den Schleifstein legen. Der Messerrücken befindet sich am Schleifsteinrand, die Schneide schaut auf die Schleiffläche. Geschliffen wird jeweils mit der Schneide nach vorne. Die Klinge mit geringem Anpressdruck über den Schleifstein führen. Am anderen Ende angekommen, erfolgt das Wenden der Klinge auf dem Rücken. Nun den Vorgang in die andere Richtung wiederholen bis sich ein Grat gebildet hat. Der zweite Durchgang geht auf dem Schleifstein mit der feineren Körnung vonstatten. Als Finish tritt wiederum der blanke Lederriemen in Aktion.

Damast-Rasiermesser Aufbau

Auf eine einfache Formel gebracht, setzt sich das Rasiermesser aus Klinge und Griff zusammen. Diese beiden Teile müssen exakt aufeinander abgestimmt sein. Im Detail betrachtet, besteht das bewährte Rasierinstrument aus weiteren Komponenten:

Klinge

Das Blatt in Hohlform mit Wölbung verfügt über eine Schneide, die einen sehr feinen Schliff gestattet. Rasiermesser in Damast-Ausführung überzeugen mit langer Schnitthaltigkeit, selbst bei intensiver Nutzung. Der Rücken (obere Kante) ist flach, damit am Übergang zum Erl Zeige- und Mittelfinger aufliegen können. Währenddessen drückt der Daumen von unten leicht dagegen. Angaben zur Klingenbreite erfolgen üblicherweise in Achtel-Zoll (3,175 mm), wobei das Maß in aller Regel zwischen 3/8 und 7/8 Zoll (9,525 und 22,225 mm) liegt. Was den Kopf am auslaufenden Bereich betrifft, kommen vier Formen in Betracht:

  • Rundkopf: Abgerundete Enden reduzieren das Verletzungsrisiko (gut für Anfänger geeignet)
  • Gradkopf: Rechtwinkelige Ecken am Kopf erleichtern das Rasieren von Konturen
  • Französischer Kopf: Der Kopf bildet einen Viertelkreis mit dem längeren Stück an der Schneide
  • Spanischer Kopf: Das vordere Klingenende macht einen Bogen nach innen.
  • Darüber hinaus gibt es Mischformen, die sich nicht spezifisch zuordnen lassen.

Erl

Der schmale Übergang zwischen Klinge und Angel wird als Klingenschaft oder Erl bezeichnet. Hochwertige Produkte sind mit einem Doppelansatz zur Klinge hin versehen. Die Kanten können glatt oder fein geriffelt (eventuell nur oben) sein. Serrierte Ränder geben den Fingern besseren Halt.

Angel

Sobald Klinge und Griff einen Winkel bilden, ragt die Angel am Scheitelpunkt hervor. Ihre gebogene Form unterstützt die Handhabung des Messers. Die Verbindung der beiden Schenkel sitzt zwischen Angel und Erl. Eine bewegliche Stiftniete ermöglicht das Öffnen und Schließen des Messers.

Griff

Damit das Rasiermesser mit Damastschneide während der Bartentfernung stabil und kontrolliert in der Hand liegt, befindet sich der Griff beim Rasieren idealerweise zwischen Mittel- und Ringfinger. Andererseits dient die Heftfuge als sicherer Aufenthaltsort der Klinge bei Nichtgebrauch des Messers. Je nach Stilempfinden, reicht das Spektrum der Materialien für die Griffschalen von Hornplatten über Edelhölzer bis zu modernen Kunststoffen.

Fazit:

Der Kauf eines Damast-Rasiermessers ist Vertrauenssache. Wer zur Nassrasur bislang nur Rasierklingen und Systemrasierer benutzte, braucht eine geraume Zeit, um sich an die neue Herausforderung zu gewöhnen. Doch sobald die Handgriffe sitzen, erweist sich die morgendliche Rasur mit einem Damaszener Rasiermesser bald zu einem lieb gewonnenen Ritual. Gründlicher lassen sich Barthaare nicht entfernen.